Warum heißt unsere Schule Medard-Schule?

Der Name unserer Schule stammt von dem Bischof Medardus von Noyon. Dieser wurde um 473 in Salency, Frankreich geboren und ist um 560 in Noyon, Frankreich gestorben. Der heilige Medardus ist der Patron der Bauern, Winzer und Bierbrauer.

Warum wurde Bischof Medardus von Noyon heilig gesprochen?
Eine Legende erzählt, dass Medardus einmal als kleiner Junge auf den Feldern spazieren ging, als ein Gewitter mit starken Regenfällen losbrach. Plötzlich sei neben Medardus ein riesiger Adler niedergegangen und habe seine Schwingen weit ausgebreitet, damit der Junge nicht nass wurde. Diese Erzählung führte dazu, dass Medardus bis zum heutigen Tag von den Bauern um trockenes Heuwetter angerufen wird. Auch um Fruchtbarkeit der Felder und der Weinstöcke bitten die Landwirte und Winzer den Bischof.
Medardus entstammte einer fränkischen Adelsfamilie und kam um das Jahr 473 zur Welt. Im Jahr 505 empfing er die Priesterweihe, um 545 wurde er zum Bischof von Noyon im Nordosten von Paris ernannt. Unter der Führung von Medardus gelangte die heruntergekommene Diözese wieder zu großer Blüte. Medardus war es auch, der die unglückliche Königin Radegundis von Thüringen zur Diakonissin weihte. Hochbetagt starb Medardus um das Jahr 560. Sein Gedenktag ist der 8. Juni. Die Medard-Schule feiert in den Wochen um diesen Gedenktag meist das Schulfest.

Heute gibt es noch einige Bauernregeln, die sich auf Medardus beziehen:

"Wer auf Medardus baut / erhält viel Flachs und Kraut."

"Was St. Medardus für Wetter hält, / solch Wetter auch in die Ernte fällt."

"St. Medard bringt keinen Frost mehr, / der dem Weinstock gefährlich wär."

"Regnet's am Medardustag, / so regnet's 21 Tag'."

"St. Medard keinen Regen trag, / es regnet sonst wohl 40 Tag."

"Regen am Medardustag / verdirbt den ganzen Heuentag."

"Wie's wittert auf Medardustag, so bleibts sechs Wochen dann danach."


Welche Verbindung hat Medardus von Noyon zu unserer Schule?
Auszug aus der Rede des Schulleiters, Herrn Graß, zur Einweihung der Medard-Schule am 13.10.2005.
In seiner Rede zeigt Herr Graß die Verbindung zwischen dem Namenspatron unserer Schule und den Arbeitsweltprojekten der Medard-Schule auf:

Liebe Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schülerinnen und Schüler und liebe Eltern,
ich möchte im weiteren Verlauf meiner Rede noch kurz auf die Namensgebung unserer Schule eingehen. Für mich ist die Benennung unserer Schule nach dem heiligen Medardus treffend, da es aus meiner Sicht eine Verbindung zwischen unserem Namensgeber und unserer pädagogischen Arbeit gibt:
Als ich zum ersten Mal mitbekam, welcher Namen für die neue staatliche Förderschule mit den FSP Lernen und Sprache vorgesehen war, fragte ich mich: „Wer ist denn eigentlich dieser Heilige „St. Medardus“?

Im Internet fand ich zu unserem Namensgeber folgendes:
Medardus von Noyon
(Bischof) geboren: um 473 in Salency, Frankreich; gestorben: um 560 in Noyon, Frankreich Medardus entstammte einer fränkischen Adelsfamilie und kam um das Jahr 473 zur Welt. Im Jahr 505 empfing er die Priesterweihe und 530 wurde er zum Bischof von Vermond in der Picardie ernannt. Diesen Bischofssitz verlegte er im Verlauf seiner Amtszeit nach Noyon im Nordosten von Paris. 532 wurde er auch noch Bischof von Tournai. Unter der Führung von Medardus gelangte die heruntergekommene Diözese von Noyon wieder zu großer Blüte.
Seine hingebungsvolle Liebe zu Armen und Notleidenden ließ ihn schon früh weite Verehrung finden.
St. Medardus ist der Patron der Bauern, Winzer und Bierbrauer. Er ist Schutzpatron gegen Regen, Fieber und Zahnschmerzen

Aus: Ökumenis Heiligenlexikon; www.heiligenlexikon.de


Als ich diese Angaben auf mich wirken ließ, dachte ich schon bald, dass dieser Medardus eigentlich ganz gut zu uns und unserer Schule passt:

  1. Medardus hat etwas neu gestaltet. Wir sind ebenfalls dabei, die Medard-Schule inhaltlich und räumlich neu zu gestalten.
  2. Er wendete sich ganz stark den Menschen zu und ließ ihnen Hilfe und Unterstützung zukommen. Die Arbeit an einer Förderschule beinhaltet neben der Vermittlung von Lerninhalten auch die Förderung der Schülerinnen und Schüler im sozial-emotionalen Bereich. Unser Tätigkeitsbereich an der Medard-Schule umfasst also Wissensvermittlung und sozialpädagogisches Arbeiten. Insofern gibt es auch hier wieder einen Bezugspunkt zu Medardus.
  3. Medardus als Schutzpatron der Bauern und Winzer ist ein, ich formuliere es salopp, „handfester“ Heiliger. Wir haben in unserem Schulprogramm einen Schwerpunkt, den wir „Arbeitsweltorientierung“ nennen.

Die Ausrichtung an der Arbeitswelt sieht z.B. so aus, dass Kinder und Jugendliche (vorrangig aus der Oberstufe) im Rahmen unserer Medarder-Arbeitswelt-Projekte in den Bereichen Landschaftsgestaltung und Gartenbau, Holzbearbeitung, Hauswirtschaft und Betreuung von älteren und kranken Menschen sehr praxisorientiert in außerschulischen Institutionen mitarbeiten. Solche Institutionen sind z.B. die Abtei St. Matthias, St. Irminen und das Stift St. Josef.

Nachdem ich die Verbindung zwischen St. Medardus und der Medard-Schule herstellen konnte, wurde mir der Name unserer Schule zunehmend vertrauter. Heute kann ich sagen: Wir sind die Schule mit dem Namen des heiligen Medardus, und das ist auch stimmig.

Zu dem Aspekt „Arbeitsweltorientierung“ in unserem Schulprogramm möchte ich noch kurz einiges ausführen:
Wie oben bereits erwähnt, arbeiten wir sehr praxisbezogen mit verschiedenen Institutionen sowohl aus dem kirchlichen als auch aus dem privatwirtschaftlichen Bereich zusammen. Unser Ziel ist es, bei unseren Schülerinnen und Schülern ein Fundament aus allgemeinbildenden, fachtheoretischen und fachpraktischen Inhalten zu schaffen. Lebensweltorientierung und lebenspraktische Inhalte, auch im Hinblick auf bestimmte Berufsfelder, stehen bei uns im Vordergrund. Die fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler in Praxiseinheiten erwerben, werden in Kompetenzpässen dokumentiert. Die jeweiligen Kompetenzpässe werden den Halbjahres- bzw. Jahreszeugnissen beigelegt. So können Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule nach der 9. Klasse verlassen, entweder im Berufsvorbereitungsjahr an der Berufsbildenden Schule sehr gut an die erworbenen Kenntnisse anknüpfen und diese in den ausgewählten Berufsfeldern vertiefen oder sie finden durch die dokumentierten Kompetenzen eventuell einen Praktikumsplatz im Rahmen des Eingliederungs-Qualifizierungsjahres (EQJ), was dann vielleicht sogar in einen Ausbildungsvertrag mündet.

Mit Hilfe dessen, was ich Ihnen gerade sehr komprimiert und verkürzt dargestellt habe und mit Hilfe vielfältiger anderer Angebote und Maßnahmen versuchen wir, den Schülerinnen und Schülern eine, wenn auch noch so kleine Perspektive aufzuzeigen und sie, so gut es uns möglich ist, in ihrer Persönlichkeit und in ihrer Selbständigkeit zu stärken, damit sie in ihrem privaten und beruflichen Leben bestehen können. Wir möchten auf diesem Wege unseren gesellschaftspolitischen Beitrag leisten, indem wir versuchen, den heranwachsenden jungen Menschen so viel mitzugeben, dass sie, so unsere Hoffnung, einen für sie befriedigenden Platz in der Gesellschaft finden.