Der Auszeitenraum an der Medard-Schule


Die Zielsetzung ist, allen Schülern ein störungsfreies Lernen zu ermöglichen. Um entstandene Probleme und Konflikte angemessen lösen zu können, wurde in der Medard-Schule das Auszeitenraum-Konzept entwickelt. In Anlehnung an das Trainingsraumprogramm nach T. Powers wurde ein auf die individuellen Bedürfnisse der Schule abgestimmtes, eigenes Profil entwickelt.


Ablauf und Organisation des Auszeitenraum (AR)

1. In der Klasse

Es gibt drei „Grundregeln“ :

a) Jede Schülerin/ jeder Schüler har das Recht ungestört zu lernen und die Pflicht gut im Unterricht mitzuarbeiten.

b) Jede Lehrerin/jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten und die Pflicht für guten Unterricht zu sorgen.

c) Jeder muss die Rechte des anderen beachten.

Auf ein Verhalten, das eine der Regeln deutlich missachtet, folgt die erste ausdrückliche Ermahnung.
Auf die erste Ermahnung folgt der Frageprozess in dem der Schüler die Wahl hat in der Klasse zu bleiben oder in den AR zu gehen

a) Was tust du gerade?

b) Gegen welche Regel verstößt du?

c) Was geschieht, wenn du gegen die Regel verstößt?

d) Wofür entscheidest du dich?

e) Wenn du wieder störst, was passiert dann?

Für den Fall, dass der Schüler einlenkt, kann der Unterricht weitergehen. Lenkt der Schüler nicht ein wird er vom Lehrer in den AR geschickt. Stört der Schüler zu einem späteren Zeitpunkt wieder wird er ebenfalls in den AR geschickt.


2. Zuweisung in den AR

„Bitte geh in den AR!“
Der Lehrer füllt den Zuweisungsbogen aus und schickt den Schüler in den AR.

Weigert sich der Schüler/die Schülerin auch nach wiederholter Aufforderung in den AR zu gehen, kann die Schulleitung hinzu gezogen werden bzw. wird der Schüler vom laufenden Unterricht ausgeschlossen. Die Eltern werden telefonisch informiert. Am nächsten Tag kehrt der Schüler/die Schülerin in den AR zurück. Dort wird der Vorfall vom vorherigen Tag besprochen.


3. Im Auszeitenraum

Im AR finden die eigentlichen Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler bezogen auf ihr Verhalten statt.
Die Schüler erarbeiten dort einen Rückkehrplan, indem sie beschreiben, wie sie beim nächsten Mal die Störung vermeinen wollen. Zudem wird ein konkreter Zeitraum festgelegt, in dem sie die Abmachungen einhalten.
Eine freundliche jedoch distanzierte Atmosphäre, in der sich die Schüler mit ihren Problemen und Belangen ernst genommen werden, ist sehr wichtig. Die Beratungsgespräche sollen nicht durch Sanktionen und Vorwürfe geprägt sein, sondern den Schülerinnen und Schüler Hilfe und Unterstützung bieten, um ihr Störungsverhalten zu reflektieren/analysieren und gemeinsam (angeleitet) die Absicht herausarbeiten, die zum Störverhalten geführt hat. Perspektiven und Wege für zukünftiges störungsfreies Verhalten werden konkret und positiv benannt (kooperative Beratung). Mögliche Widerstände und Hindernisse, welche die Schüler davon abhalten könnten werden besprochen.

Damit alle Schüler im AR arbeiten können, müssen auch hier Regeln eingehalten werden. Sollte ein Schüler im AR gegen die Regeln verstoßen, oder sich im AR verweigern, werden dieselben Fragen wie auch im Klassenraum gestellt. Auch hier hat der Schüler die Möglichkeit sich zu entscheiden im AR zu arbeiten oder nach Hause zugehen.
Am nächsten Tag mit den Eltern zusammen zu einem Gespräch zur Schule kommen (AR-Lehrer, Schüler, Eltern). Auf diese Weise wird die Rückkehr in die Klasse gemeinsam erarbeitet.


4. Rückkehr in die Klasse

Der Schüler/die Schülerin kommt mit dem Rückkehrplan (RKP) zurück in den Unterricht. Dort wird er/sie von der Lehrerin/dem Lehrer in Empfang genommen. Dieser überprüft sofort die formale Richtigkeit der RKP, z.B. ordentlich ausgefüllt, Zeitangaben. Ist der RKP formal richtig sollte möglichst zeitnah ein Klärungsgespräch stattfinden in der das weitere Vorgehen besprochen wird.
Kommt der Schüler/die Schülerin nicht zurück in den Klassenraum, ist der RKP formal nicht richtig oder ist ein Klärungsgespräch nicht möglich wird die Schulleitung hinzugezogen und der Schüler vom Unterricht in seiner Klasse ausgeschlossen. Die Eltern werden informiert und der Vorfall dokumentiert. Am nächsten Tag kehrt der Schüler/die Schülerin in den AR zurück.


5. Wiederholtes Stören, Verweigern, etc.

Kommt ein Schüler zum dritten Mal hintereinander in den AR bzw. hält sich nicht an Absprachen/ Regeln, steht ein Gespräch mit den Eltern an. Bei diesem Gespräch sollten nach Möglichkeit Schulleitung, Klassenlehrer und Schulsozialarbeit anwesend sein. Das Gespräch basiert auf den dokumentierten Vorfällen und evtl. vereinbarten Konsequenzen.
Bei Schülern bei denen auch diese Maßnahmen nicht greifen, tritt der Maßnahmenkatalog in Kraft.